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Euroregion Neisse-Nisa-Nysa Logo

Bürger

Dass die Euroregion Neisse-Nisa-Nysa die erste Gemeinschaft dieser Art auf dem Gebiet des ehemaligen „Ostblocks“ gewesen ist, und historisch gesehen, wahrscheinlich auch bleiben wird, weiß man schon im Allgemeinen. Es lohnt sich aber daran zu erinnern, denn die Umstände, unter denen dieses einzigartige Experiment zustande gekommen ist, sollten sich im kollektiven Bewusstsein prägen. Es waren die Zeichen der Zeit, die in den Ländern um sich griffen, wo der Fall des Kommunismus und das Jahr 1989 den Beginn einer historischen Wenden markierten. Doch sowohl der Ablauf, als auch das besondere Klima jener Tage warten immer noch auf bedeutende literarische oder filmische Werke, die das Zeugnis jener Zeit ablegen – das ist aber sicherlich nur eine Frage der Zeit.

Die Symptome der heranrückenden Wende wurden immer deutlicher. Schon das Bild der damals noch vereinzelten Grenzübergänge änderte sich radikal. Keine bewaffneten Posten der drei „Volksarmeen“, sondern gewöhnliche Menschen, die ihren täglichen Angelegenheiten auf die „andere Seite“ nachgingen oder der auf ausklappbaren Tischen florierende Kleinhandel waren die vorherrschenden Elemente dieser Gegend...

Es war eine Zeit, in der die Vertreter der neuen, demokratisch gewählten Selbstverwaltungsorgane schnell zueinander fanden. Den Bürgermeistern und Beamten aus grenznahen Städten – Hradek, Żytawa und Bogatynia, aber auch Zgorzelec und Görlitz – wurde bald klar, wie viele tägliche Probleme sie von nun an gemeinsam lösen müssen und welche der Vorzüge dieses Landes zu dessen dauerhaften Entwicklung beitragen können, wenn nur die Kooperation und das Verschmelzen der Potentiale Eingang in die Entwicklung von Plänen und Strategien finden würden.

Die Selbstverwaltungsorgane bekamen rasch die Unterstützung von regionalen Politikern, Parlamentariern, ja sogar von der bereits historischen Anstoßkonferenz (23.-25. Mai 1991 in Żytawa) unter der Führung des Zittauer Landesrates, Herrn Heinz Eggert, des Oberbürgermeisters von Liberec Jiri Drda und des Wojewoden von Jelenia Gora Jerzy Nalichowski. Die Konferenz fand unter der Schirmherrschaft der drei Staatspräsidenten Richard von Weizsäcker, Vaclav Havel und Lech Wałęsa statt. Es wäre aber falsch anzunehmen, dass das Ereignis nur wegen seines politischen Ranges von Bedeutung gewesen sei. Im Laufe der dreitägigen Konferenz änderte sich ständig die Liste der Gäste, aktiven Teilnehmern und Beobachtern. In dieser Zahl, geschätzt auf insgesamt 200 bis 300 Menschen, waren neben Politikern, Vertretern der kommunalen und staatlichen Verwaltung aus Deutschland, Tschechien und Polen auch alle Sektoren des gemeinschaftlichen Lebens vertreten: Wissenschaft, Kultur, Sport, Wirtschaft, Tourismus, nichtstaatliche Organisationen, Medien sowie auf dieses Ereignis neugierige „Menschen von der Straße“. Der Begriff der „Euroregion” erschien damals noch etwas exotisch und fand unterschiedliche Interpretationen. Trotzdem hat die Kunde von der entstehenden Gemeinschaft die Bewohner der deutsch-tschechisch-polnischen Grenzregion elektrisiert und Hoffnung auf neue Möglichkeiten, die diese Initiative versprach, erweckt. Die formelle Bildung der Euroregion fand in der ersten Tagung des 30-köpfigen trilateralen Rates am 21. Dezember 1991 in Żytawa statt. Die öffentliche Wahrnehmung war eindeutig positiv. Als Anfang 1992 ein öffentlicher Wettbewerb über den Logo-Entwurf der neuen Euroregion begann, sind innerhalb einer kurzen Zeit insgesamt 664 Einsendungen aus den drei Ländern der Region eingegangen, darunter auch überraschend viele Amateurwerke. Dies war die spontane Antwort von Seiten der Bürger auf die Nachricht, dass eben die Euroregion Neisse-Nisa-Nysa entstanden war.

In den 17 Jahren des Bestehens der Euroregion haben ihr Pfofil und ihr Rolle gewisse unvermeidbare Veränderungen erfahren. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass so wie die Euroregion in ihrer Geburtsstunde Merkmale einer großen, untypischen, weil grenzübergreifenden Bürgerinitiative trug, so auch heute der Sinn ihrer Existenz darin liegt, wie die Gemeinschaft den Bedürfnissen der Einwohner dieses Landes gerecht wird, in welchem Maße sie deren eigene Entwicklung und die gemeinsame Kreativität bei der Mitwirkung „pro publico bono” fördert.

Da die Euroregion Neisse-Nisa-Nysa Ort der Umsetzung über 2.000 verschiedener Projekte war, manchmal auch den Anstoß zu diesen Projekte gab, wissen wir mit Sicherheit, dass neben den vielen natürlichen und touristischen Vorzüge auch das in der Region vorhandene gesellschaftliche Kapital zu ihren wichtigsten Trümpfen zählt.

 
  • Tel. Deutschland: +49 3583 57500
  • Tel. Tschechien: +420 485 340991
  • Tel. Polen: +48 757676470